Zahlenflut: Alphabet, Meta, Microsoft, Amazon – hohe KI-Investitionen belastet Meta Aktie – Volkswagen und Porsche setzen schwachen Trend fort – VAE verlassen die OPEC, Ölpreis 118 USD

Liebe Leser,

so eine Woche gefällt den Börsianern. Eine regelrechte Zahlenflut schwemmt die Märkte. Die großen der Großen haben ihre Ergebnisse gemeldet und wieder einmal geht es um die Künstliche Intelligenz und das Wettrennen um die höchsten Investitionen. Amazon will weitere 200 Milliarden US Dollar in den KI-Ausgabe reinpumpen, Alphabet (Google) ebenfalls etwa 180 Milliarden US Dollar und auch Meta will den Anschluss an den Super-Trend nicht verlieren. Die CAPEX (geplante Investitionen) überschatten in dem ganzen Trubel schon fast die Ergebnisse. Und diese sind bei Alphabet sehr gut ausgefallen. Es wurde die Umsatz-Marke von 100 Milliarden US Dollar geknackt.

Meta hat trotz starken Zahlen Kursverluste hinnehmen müssen. Der Grund ist die zunehmende Skepsis, ob sich Meta bei den KI-Investitionen nicht übernimmt. Microsoft hat solide seinen Umsatz und Gewinn gesteigert. Die Aktie profitierte leicht von den Zahlen. Dasselbe Bild zeichnet sich bei Amazon ab, solides Wachstum und die Aktie steigt weiter. Trotzdem gibt es im KI-Sektor Schattenseiten. OpenAI (ChatGPT) verfehlt vor dem Börsengang so ziemlich alle Ziele. Sowohl die Nutzerzahlen als auch Umsatz sind deutlich unter den Erwartungen. Die wichtigen Unternehmenszahlen aus dem Konsum-Bereich bzw. Konsum-Indikatoren wie Domino Pizza deuten auf eine Konjunktur-Delle hin. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde gesenkt und die Aktie verlor um 8%.

EILMELDUNG zur OPEC: Dubai (Vereinte Arabische Emirate) verlässt das 12 Öl-Staaten Kartell. 8% produzieren die OPEC-Staaten. OPEC verfällt. Qatar ist auch ausgestiegen. Der Petro-Dollar zerfällt. Es war ein historischer Tag, liebe Leser!

Dramatisch bleibt die wirtschaftliche Situation in Deutschland. Volkswagen und Porsche setzen ihren Trend mit hohem Gewinnrückgang fort. Wohin soll dies noch führen? Ich habe kürzlich über die neue Planwirtschaft der Rüstungswirtschaft geschrieben. Diesen Trend sieht man auch in den USA, wo Automobilhersteller Aufträge von der Regierung zur Produktion von Rüstungsgütern erhalten. Man muss wissen, dass Munition und Kriegswirtschaft schlicht weg „verpulvertes“ Geld sind. Dies hilft dem Wirtschaftswachstum nicht, weil, entweder wird es durch Schulden finanziert oder durch höhere Steuerabgaben. Auch die Schulden müssen die Bürger mit den Steuerabgaben bezahlen. Schlussendlich kann man es als Diebstahl vom Volk bezeichnen, welche die Rüstungsgüter-Hersteller finanzieren.

Der Goldpreis korrigiert weiter. Man erkennt mit dem steigenden Ölpreis sogar eine Korrelation, obwohl der steigende Ölpreis ein Indikator für höhere Preise und somit Inflation ist. Deshalb müsste in einer solchen Situation der Goldpreis sogar mitsteigen. Doch ich gehe davon aus, dass einige Länder ihre Vorräte momentan zur Gegenfinanzierung verkaufen und deshalb die kurzfristige Delle beim Goldpreis entsteht. Oel steigt ungebremst weiter. Am Donnerstag erreicht Brent Oil 118 US Dollar je Barrel.

Prinzipiell spielen die Aktienmärkte mit ihren Hochständen verrückt. Es hat sich zwar herumgesprochen, dass die Straße von Hormus für rund 20% des weltweiten Öls als Wasserstraße benutzt wird und gesperrt ist. Offensichtlich kapieren es die automatisierten Handels-Algorithmen nicht. Denn die Folgen sind logisch und die Realität wird aufpoppen. Die Realität ist nämlich eine weitere Verknappung des aktuell noch wichtigsten Energie-Rohstoffs. Verknappung ist die logische Folge: weiterhin steigende Preise. Und diese Preise schlagen sich nun einmal in allen Lebensbereichen nieder. Die Lager schmelzen vor sich hin. Und kommen die Rationierungen? Kerosin wird knapp, LKW-Kraftstoff, Düngemittel … und die Börse spaziert auf den Allzeithochs. Liebe Leser: DAS KANN NICHT GUT GEHEN!

Wie geht’s an den Börsen weiter?

Der Iran-Krieg hat „Urlaub“ – so ungefähr kann man den aktuellen Waffenstillstand zumindest aus Medien-Sicht beschreiben. Nächste Woche folgen die Konjunktur-Daten. Da bin ich natürlich gespannt, wie stark sich der Ölpreis auf die Inflation auswirkt. In Kürze müssten auch nähere Informationen zu den anstehenden Mega-Börsengänge kommen. Hier bleibt die Frage, wie sich die Billionen US Dollar Verlagerung auf den Aktienmarkt auswirkt. Der Ölpreis bleibt weiterhin „das Zünglein an der Waage“ und eines Tages werden sich die Aktienmärkte an die Realität angleichen müssen. Alternativ müsste frisches Geld die Märkte fluten, welches dann wiederum Gold und Silber nach oben treiben würde.

Ich wünsche ein erholsames Wochenende!

Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur

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